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Bruno Horst Bull
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Der Autor Bruno
Adolf Horst Hermann Bull wurde am 17. März 1933 als Sohn des Landwirt Bruno
Max Heinrich Bull und seiner Frau Olga Elisabeth Johanna Losehand in Stülow
in Mecklenburg geboren. Er studierte Germanistik und Kunstgeschichte in
Freiburg im Breisgau und in München, und veröffentlichte Märchen,
Kindergedichte und Lyrik in fünf Anthologien sowie in Kalendern,
Zeitschriften und Tageszeitungen. Kindergedichte von Bruno Horst Bull finden
sich in vielen Kinderzeitschriften und im Kinderfunk, Veröffentlichungen in
der SBZ und in Österreich. James Krüss schreibt in der im Sigbert Mohn Verlag
erschienenen Anthologie „So viele Tage, wie das Jahr hat“: „Der jüngste
deutsche Kinderdichter ist Bruno Horst Bull, unter dessen zahlreichen
Kinderversen sich viel Gutes findet. Publiziert worden ist er nur hier und da
in Zeitschriften und Sammlungen. Hoffen wir, daß sich bald ein Verleger für
eine Auswahl aus seinen Kindergedichten findet.“ Dieses Heft enthält Verse aus den Jahren 1958-1959. Sie sind als
Auswahlangebot zum freundlichen Nachdruck in der Tagespresse und in Anthologien gedacht. Seriösen Verlegern steht
auf Wunsch eine Sammlung von 300 Kinderversen zur Auswahl zur Verfügung. - München 1961 - |
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Eine kleine Auswahl
aus ~ Das Jahr des Kindes ~ Kinderverse Heft I München 1961 |
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MEIN DORF Adler horsten in den
Bergen, Bienen summen um mein
Haus. Chrysanthemen blühn
zur Herbstzeit, Drossel pfeift den
Winter aus. Erlenbüsche stehn am
Bache, Flieder duftet süß und
schwer. Gänse watscheln auf
der Wiese, Hornruf dringt vom
Walde her. Immer ist es schön im
Dorfe, Jeder fühlt sich
pudelwohl. Kalter Winter kann
nicht schaden, Lind im Lenz schilpt
der Pirol. Meine Mama melkt die
Kühe, Niemals seh ich sie
betrübt, Ochsen führt der
Knecht zur Tränke, Pferde jeder Junge
liebt. Quitten reifen in den
Gärten, Rosen prangen gelb und
rot. Sommerabends fern am
Flusse Tuckert sacht ein
Motorboot. Unverdrießlich ist das
Leben, Viel brauchts nicht
zum Glücklichsein. Wenig fehlts an guten
Dingen, Zornlos schlaf zur
Nacht ich ein. IM ROSENBUSCH Es war ein grüner
Jägersmann, der sprach zum
Jagdhund: „Kusch! Es sitzt ein Feldspatz
im Rosenbusch.“ Da fragte der Hund:
„Allein?“ Da sagte der Jäger:
„Nein! Er sitzt mit seiner
Spatzenfrau Im Ri-ra-Rosenbusch.“ |
LIESE UND FRIEDRICH Abends pocht wer an
die Tür. „Mach mal auf“, spricht
Friedrich. Liese sagt: „Geh fort
von hier!“ „Sei nicht dumm!“
spricht Friedrich. „Mutter schläft gleich
nebenan!“ „Sie schläft tief“,
spricht Friedrich. „Gott, wenn sie uns
hören kann.“ „Mir ist kalt“,
spricht Friedrich. „Ist dir kalt, so bring
ich dir, „Ach, ich frier!“
spricht Friedrich, einen Ofen vor die
Tür!“ „Tus sofort“, spricht
Friedrich. „Ohne Ofen seh ich
ein, „Siehst du’ s ein?“
spricht Friedrich, ist es viel zu kalt im
Frei’ n.“ „Du bist gut“, spricht
Friedrich. EIN NEUES LÜGENMÄRCHEN Ein Ochse flog aufs
Rathausdach und lehrte Kühe
singen. Das hörten sieben
Jüngferchen und fingen an zu
springen. Die Katze saß im
Badefaß, ist durch die Luft
gefahren. Ich armes, armes
Schwesterlein, wie hielt man mich zum
Narren! DER GLÜCKSSUCHER Ein kleiner Mann ging
durch die Welt, er suchte großes Glück
und Geld. Das Glück kommt oft
von ungefähr Wohl über hundert Wege
her. Er suchte hier und
suchte dort und fragte nach an
manchem Ort. Das Glück kommt oft
von ungefähr, zu dem, der’ s sucht,
kommts nimmermehr. |
DIE DORFMUHME Sie, welche uns fast
Mutter war, war immer hilfreich,
lieb und gut. Mit grauem,
aufgestecktem Haar, so werkte sie im
Bauerngut. Rieb, wenn die Sau zum
Ferkeln kam, die jungen Tierchen
wohl mit Stroh, das sie aus voller
Schürze nahm; und war stets ihrer
Tage froh. Sie hört’ uns Kindern
zu gefaßt, sie konnte oftmals
auch verzeihn, kochte aus gelbem
Rübensaft am Sonntag süße
Leckerein. Sie goß im Hof dem
Igel Milch und band den losen
Rosenstrauch. Giftkörner streute sie
dem Bilch, und ganz, ganz selten
sang sie auch. Den Nachbarn gab sie
manchen Wink, sie sah mit wachem,
liebem Sinn, daß alles nach dem
Rechten ging und warf den Hühnern
Futter hin. ZUFRIEDEN Soviel Sternlein in
der Welt, soviel Ähren stehn im
Feld. Soviel Berge sind im
Land, soviel Wasser geht zum
Strand. Soviel Haare hat mein
Schimmel, soviel Streiche macht
mein Lümmel. Soviel Flöhe hat mein
Hund, soviel Tag sind wir
gesund. Soviel Geld wie auf
der Bank, soviel Wind ist auf
dem Hang. Soviel Freud, wie mir
gegeben, soviel Tage möchte ich
leben. |
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GRÜNKOHLESSEN Kinder, heut gibt’ s
grünen Kohl, ach, wie tut der Kohl
so wohl! Hänschen komm, die
Finger leck! Schweineschwarten,
fetter Speck Schmecken allen
Kindern gut. Seht nur unsre kleine
Ruth: Mit der Gabel ist’ s
die Ehr, mit dem Löffel kriegt
sie mehr! |
AN DEN OSTERHASEN Ei, das ist der
Osterhase, macht uns Kindern
großen Spaß. Einmal kreuz und
einmal krumm Hüpft er um das Haus
herum. Und er legt zum
heilgen Fest Zuckerwerk ins
Buchsbaumnest. Ei, das macht uns
großen Spaß! Lieber, guter
Osterhas! |
DAS HAUS DES SCHUSTERS Flickenschuster
Kohlhaas wohnte in der
Hohlstraß. Wohnte in dem
Holzhaus, Holzhaus sah sehr
stolz aus. Unter seinem Dachfirst hingen dicke Schweinswürst, dort hingen auch viele
Schuh und lila Leisten dazu. |
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Meiner Oma Grete
Roggentin gewidmet.
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