Nachdem der Deutsch-Französische Krieg ausbrach, hatte unsere Gegend viel zu leiden und wurde wenige Jahre später 1813 vom Deutschen Befreiungskrieg besonders hart mitgenommen. Da Dobien an der Belziger Straße lag, und der Wallberg der höchste Berg in der Umgebung war, hatten sich die russischen Kosaken in Dobien festgesetzt den Wallberg mit Schanzen und Gräben umgeben und belagerten von hier aus die Stadt Wittenberg. Sie erpressten von den Einwohnern Brandschatzungsgelder, 14 Groschen. Da aber niemand für die Pfarre und die Kirche bezahlen wollte, wurden beide am 5.September 1813 angezündet und verwüstet. Der damalige Pfarrer Thalwitzer war schon vorher mit den Seinen nach Nudersdorf geflohen, hatte aber in der Eile das Kirchenarchiv samt den Kirchenbüchern in Dobien zurückgelassen. Alles dies wurde leider ein Raub der Flammen. Die Tauf-, Trau- und Todesnachrichten wurden, soweit zu finden waren, in das neue Kirchenbuch eingetragen. Doch gehen sie nur bis zum 30. Mai 1799 zurück, alles frühere fehlt. Die Gemeinde Dobien hatte nicht das Geld für den Aufbau von Kirche und Pfarramt. Auf Allerhöchsten Befehl wurde am 3. Reformationsjubelfeste 1817 eine allgemeine Kollekte zur Erbauung beider Gebäude in der ganzen preußischen Monarchie gesammelt, wobei die Summe von 20.000 Thaler eingekommen sein soll!!! Mit diesem Geld wurde nun der Bau begonnen unter Aufsicht des damaligen Senators Kaufmann Reysig in Wittenberg. Kirche und Pfarrhaus wurden schön und geräumig aufgebaut und am 10. September 1820 feierlich eingeweiht. Die neue Kirche hat zwei Eingänge, den Haupteingang am Turm und der andere an der Nordseite über dem folgende Inschrift steht:
„Am letzten Jubelfeste, das Luthers Thaten ehrte,
Gab jeder einen Beitrag gern,
Und so erhobst du dich verschönert von der Erde,
Du stilles Heiligtum des Herrn.“